Gerald Hensel

Wir suchen Unterstützer für unsere Herzensprojekte 2018

Wir haben als Verein ein wirklich verrücktes, intensives 2017 bisher gehabt. Entstanden aus dem Hass, der mir 2016 als Digital-Stratege im Rahmen meiner Aktion #KeinGeldFürRechts entgegenschlug, haben wir uns in einem knappen dreiviertel Jahr zu einer gemeinnützigen Organisation entwickelt, die global wirken will. Weil die Programmatik eines jungen Vereins in diesem Fall sicher nicht immer leicht zu verstehen ist und uns in den letzten Wochen sehr viel mehr Menschen folgen, möchte ich hier nochmal die Chance nutzen, Fearless Democracy e.V. vorzustellen.

Wer uns schon kennt und die Kurzversion lieber mag: Wir suchen Spender und Kooperationspartner, mit denen wir finanziell 2018 unsere Herzens-Projekte umsetzen können. Staatliche Förderungen sind mit dem Abebben der Willkommenskultur in nennenswertem Umfang 2017 auch abgeebbt. Junge Vereine wie wir haben es derzeit nicht leicht für die offene Gesellschaft zu arbeiten. Daher suchen wir Unterstützung finanzieller Art – jede Spende hilft uns dabei.

Und Gründe uns zu unterstützen, gibt es einige.

Warum gibt es Fearless Democracy e.V.?

Unsere Grundthese in einem Satz: Wir glauben, dass die künstliche Produktion von Wut „auf Andere/s“ der zentrale Treiber ist, der Populisten und Extremisten Zivilgesellschaften auf der ganzen Welt unter Druck setzen lässt – und Wut lässt sich nirgendwo so gut verbreiten wie in der Anarchie des Internets.

Fearless Democracy e.V. reagiert hier als gemeinnütziger Verein auf einer sehr praktischen Ebene. Wir glauben, dass digitale Wut einem Prozess folgt, der oft technisch oder interaktiv bedingt ist. Frei nach Marshall McLuhan kann digitale Wut keiner verstehen, der das Medium nicht auch praktisch versteht. Und hier kommen wir. Denn wir sind keine Politiker oder Journalisten sondern Kommunikations-, PR- oder Digital-Profis – Praktiker. Wir helfen der Zivilgesellschaft diesen Prozess zu verstehen, wir gestalten aktiv den Diskurs um Hass als politisches Tool im Netz, entwerfen zivilgesellschaftliche Gegenstrategien, und wir helfen Opfern digitaler Gewalt.

Wie ist Fearless Democracy e.V. entstanden?

Der #KeinGeldFÜrRechts Shitstorm 2016

2016 war das Jahr der Populisten. AfD, die britischen Brexit Befürworter und Trump feierten Siegeszüge. Ein dunkles Jahr für die offene Gesellschaft, die mehr denn je durch digitale Echtzeitprozesse unter Druck steht.

2016 startete ich auch meine private Aktion #KeinGeldFürRechts, in der ich mich privat als Werber gegen intransparente Online-Werbung aussprach. Werbung, bei der die werbenden Marken meist nicht mehr genau wissen, dass sie rechten und rechtsextremen Websites ihr Budgets spenden. Der Shitstorm, der darauf gegen mich losbrach, und bei dem ich mit tausenden Beleidigungen und dutzenden von Todesdrohungen überzogen wurde, bewog mich meinen damaligen Job zu kündigen. Die Tatsache, dass es einen Monat dauerte, bis ich nach diesen Morddrohungen auch nur einen Rückruf von der Polizei bekam, ließ mich mit Freunden Fearless Democracy e.V. gründen.

Was hat Fearless Democracy e.V. bisher getan?

Bisher tun wir hauptsächlich drei Dinge: 1. Politische Wut als digitales Produkt offenlegen. 2. Darüber viel und intensiv mit der Öffentlichkeit, Journalisten und Politikern sprechen. 3. Digital Angegriffene identifizieren, kontaktieren und ihnen menschlich wie inhaltlich beistehen. Um das konkret zu machen.

Wir haben in den letzten Wochen…

Wohlgemerkt: das alles ist das Resultat von nur wenigen Monaten ehrenamtlicher Arbeit und weniger Privatspenden, für die wir bis zum Ende aller Tage dankbar sind.

Welche Projekte wollt ihr konkret 2018 umsetzen?

Neben unserer inhaltlichen Arbeit in Sachen Content und Presse sowie öffentlichen Beiträgen in Konferenzen wollen wir 2018 eine Konferenz für Journalisten veranstalten, auf der wir die Themen „Journalismus und digitaler Populismus“ erstmals in einem eigenen Format als Event abbilden (mehr dazu folgt). Auch werden wir alle oben angesprochenen Themen weiterführen.

Wichtigstes Thema wird für Fearless Democracy e.V. 2018 vor allem unser Herzensprojekt HateAid. 

HateAid wird Deutschlands erste Plattform für Menschen, die digital angegriffen wurden. Ein erster Selbstschutz-Guide, geschrieben von Menschen, die digitalen Hass selbst erlebt haben, existiert hier. Derzeit existiert hier weder ein polizeiliches noch juristisches Angebot, das die Grenzerfahrung, die ich hatte, in irgendeiner Weise abfängt. HateAid soll Menschen, die digitalen Hass erleben, identifizieren, ansprechen und im Durchstehen sowie der Nachbereitung einer Hasskampagne beistehen – auch juristisch. Hier gibt es von keiner offiziellen Stelle irgendein Angebot bisher in Deutschland.

Für das nächste Jahr suchen wir in Sachen HateAid Organisationen, die uns bei folgenden Themen finanziell unterstützen:

  • Aufbau eines Büros plus Stab, das digitale Hasskampagnen datenseitig identifiziert und Betroffene anspricht
  • Aufbau einer digitalen Selbsthilfeplattform (Apps, Chatbots), die Betroffenen im Moment einer Hasskampagne hilft, sich selbst und ihr Umfeld zu schützen
  • Ausbau eines bereits getesteten rechtlichen Prototypen, der mit neuen juristischen Methoden Angegriffenen bei der juristischen Durchsetzung günstig hilft und damit einen Abschreckungseffekt bei den Tätern erzielt

Hierfür brauchen wir Ihren Support, wenn das gelingen soll.

Was braucht Fearless Democracy e.V. als Organisation dazu?

Als Verein sind wir endlich gemeinnützig und steuergefördert bespendbar registriert. Jede Spende hilft uns bei unserer Aufgabe, und ich hoffe, dass Sie uns dabei helfen. Das nachfolgende Formular erlaubt es Ihnen, einen Betrag ihrer Wahl einmal oder mehrmals zu spenden. Die Abwicklung erfolgt völlig sicher über unseren bewährten Partner Betterplace. Dieser managt auch den Versand von Spendenquittungen, die Sie natürlich zugesandt bekommen.

Aufrichtigen Dank für Ihre Hilfe.
Gerald Hensel, 1. Vorsitzender, Fearless Democracy e.V.

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