Wenn Facebook Ads ungewollt bei Breitbart landen

Diesen Artikel teilen

Kaum haben wir über #Hatevertising auf der Republica dieses Jahr gesprochen (Video folgt), kommt direkt ein wunderbares praktisches Beispiel rein. Nur um eine lange Geschichte abzukürzen: Wir glauben, dass das mittlerweile dominierende Paid Media Modell „Programmatic Advertising„, es Marken leicht macht, Populisten und Extremisten zu finanzieren, ohne dass sie es wissen. Dies war auch einer der wesentlichen Ansatzpunkte hinter der Aktion #KeinGeldFürRechts im letzten Jahr: Media- und Markenverantwortliche müssen wieder die Kontrolle zurück bekommen, wo sie schalten und welche politischen Irrungen und Wirrungen sie damit unbewusst mitfinanzieren.

Ein praktisches Beispiel dazu ist uns heute morgen auf den Tisch geflattert.

Dass Facebook mit seinem Audience Network auch Banner auf Drittseiten und -Apps schaltet, ist klar. Aber welche Seiten genau sind das? Facebook selbst scheint da klare Standards zu haben:

„Wir prüfen bei allen Publishern, die das Audience Network verwenden, ob ihre Inhalte, Webseiten und Apps den Inhalts- und Gemeinschaftsstandards von Facebook entsprechen.“

In den USA führten diese vermeintlich starken Gemeinschaftsstandards gerade wieder zu einem kommerziellen User, der feststellen durfte, dass sein Ad neben einem Breitbart-Artikel im Partnernetwork gelistet wird:

Was da schon wieder trotz angeblicher Mechanismen versagt hat?

Ganz einfach: rechtliche Grauzonen. Nach amerikanischer Lesart oder aufgrund mangelnder Kenntnis ist Breitbart eben kein „gefährlicher Inhalt“ und beteiligt sich auch nicht an Angriffen auf Personen des öffentlichen Lebens. Damit ist die Seite nicht als problematisch gelistet. Und damit ist die Seite, die in schöner Regelmäßigkeit „alternative politische Realitäten“ produziert und distribuiert absolut als Werbetreibender im Sinne des Facebook Partner Networks geeignet.

Falls Sie selbst Werbetreibender sind und Ihnen ihre Marke lieb ist: hier steht, wie sie Audience Network Ads ausschalten können.

Foto: Stephen Radford, Unsplash, https://unsplash.com/search/explosion?photo=hLUTRzcVkqg